12 Warnsignale im Freelancer-Vertrag

Die meisten unfairen Freelancer-Verträge sollen dich nicht hereinlegen. Meist steckt die Standardvorlage des Kunden dahinter, geschrieben für seine Seite. Hier sind zwölf Bedingungen, die Freelancer oft Geld kosten, und was du stattdessen verlangen kannst.

Aktualisiert am 21. Oktober 2026. Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung.

Bezahlung

1. Zahlung „nach Abnahme“, ohne Frist für die Abnahme

Achtung beiDer Auftraggeber zahlt innerhalb von dreißig (30) Tagen nach Abnahme der Leistungen.

Dreißig Tage klingen gut, aber die Frist beginnt erst mit der Abnahme, und nichts sagt, wann die passieren muss. Verlange Zahlung ab Rechnungsdatum und eine Abnahme, die als erteilt gilt, wenn der Kunde nicht innerhalb weniger Tage einen konkreten Mangel nennt.

BesserDer Auftraggeber zahlt jede Rechnung innerhalb von vierzehn (14) Tagen ab Rechnungsdatum. Die Leistung gilt als abgenommen, wenn der Auftraggeber nicht innerhalb von fünf (5) Werktagen nach Lieferung einen konkreten Mangel schriftlich mitteilt.

2. Langes Zahlungsziel ohne Verzugsregel

Mit 60 oder 90 Tagen finanzierst du das Projekt des Kunden zwei bis drei Monate vor. Mehr unter Zahlungsbedingungen.

3. Keine Anzahlung bei einem großen Projekt

Wird das ganze Honorar am Ende fällig, trägst du das ganze Risiko. Für alles, was länger als ein paar Wochen dauert, verlange eine Anzahlung vor Beginn (oft 30 bis 50 %) oder Abschlagszahlungen.

Deine Arbeit und deine Werkzeuge

4. Rechte gehen vor der Bezahlung über

Achtung beiSämtliche Nutzungsrechte an den Arbeitsergebnissen gehen mit ihrer Entstehung auf den Auftraggeber über.

Wenn der Kunde die Rechte schon mit der Entstehung bekommt, verlierst du dein stärkstes Druckmittel, falls er nicht zahlt. Verlange, dass die Rechte erst mit vollständiger Zahlung übergehen. Mehr unter Nutzungsrechte.

5. Der Kunde bekommt deine eigenen Werkzeuge und Vorlagen

Eine weite Klausel kann Code-Bibliotheken, Vorlagen und Methoden erfassen, die du für alle Kunden nutzt. Behalte deine vorbestehenden Materialien und räume dem Kunden nur ein Nutzungsrecht im Rahmen der Leistung ein.

Umfang und Änderungen

6. Unbegrenzte Korrekturen

Achtung beiDer Auftragnehmer nimmt Änderungen vor, bis der Auftraggeber vollständig zufrieden ist.

Vereinbare eine Zahl von Korrekturschleifen und einen Preis für weitere. Mehr unter Korrekturschleifen.

7. Unklarer Leistungsumfang

„Designleistungen und damit zusammenhängende Aufgaben“ kann alles heißen. Liste die Ergebnisse auf und halte fest, dass alles andere ein Änderungswunsch mit eigenem Preis und Zeitplan ist.

8. Der Kunde darf die Bedingungen allein ändern

Achte auf Sätze wie „der Auftraggeber kann diese Bedingungen jederzeit anpassen“. Änderungen sollten die schriftliche Zustimmung beider Seiten brauchen.

Ende des Auftrags

9. Kündigung jederzeit, ohne Bezahlung der erbrachten Arbeit

Der Kunde sollte die bis zur Kündigung erbrachte Arbeit bezahlen und bei Absage ein Ausfallhonorar für die reservierte Zeit.

10. Automatische Verlängerung und endlose Exklusivität

Ein Vertrag, der sich von selbst verlängert oder dich auch nach dem Ende exklusiv bindet, kann andere Aufträge blockieren. Verlange eine feste Laufzeit, Verlängerung nur nach Absprache und eine Kündigungsfrist, mit der du leben kannst.

Risiko

11. Unbegrenzte Haftung und weite Freistellungen

Eine einzige Klausel kann bei einem kleinen Projekt dein Erspartes aufs Spiel setzen. Verlange eine Haftungsgrenze, meist das Honorar aus dem Vertrag, und den Ausschluss mittelbarer Schäden. Mehr unter Haftung und Freistellung.

12. Ein weites Wettbewerbsverbot

Ein Jahr lang nicht für „Unternehmen derselben Branche“ zu arbeiten, kann dich weit mehr kosten, als das Projekt einbringt. Mehr unter Wettbewerbsverbot.

Was oft fehlt

Ein Vertrag kann auch durch das riskant sein, was er weglässt: keine Anzahlung, keine Verzugsregel, keine Grenze für Korrekturen, kein Ausfallhonorar, keine Haftungsgrenze, keine Frist für Feedback. Das ist schwerer zu sehen als eine schlechte Klausel, weil es nichts zu lesen gibt.

Die Vertragsprüfung von SoloOps zeigt beides: die Klauseln, die du besprechen solltest, mit Formulierungsvorschlag und Nachricht an den Kunden, und den Schutz, der im Vertrag fehlt.

Dieser Ratgeber gibt allgemeine Informationen und ist keine Rechtsberatung. Die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land, und was in einem Vertrag üblich ist, kann anderswo unwirksam sein. Bei einem wichtigen Auftrag lass den Vertrag zusätzlich von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen.

Prüfe deinen Vertrag, bevor du unterschreibst

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