Haftungsbegrenzung und Freistellung für Freelancer
Diese beiden Klauseln entscheiden, wie viel du schuldest, wenn etwas schiefgeht. In der Standardvorlage eines Kunden lautet die Antwort oft: alles.
Haftungsbegrenzung
Diese Klausel legt fest, wie viel jede Seite der anderen für einen Fehler höchstens schuldet. Ohne Grenze könnte ein Bug, ein verpasster Termin oder ein Tippfehler in einer Kampagne theoretisch weit mehr kosten, als das Projekt eingebracht hat.
Übliche Schutzmechanismen:
- Eine Obergrenze, oft das Honorar aus dem Vertrag (oder aus den letzten 12 Monaten).
- Keine mittelbaren Schäden: entgangener Gewinn, Datenverlust und ähnliche Folgeschäden sind ausgeschlossen.
- Gegenseitig: dieselben Grenzen gelten für beide Seiten.
Nach deutschem Recht kann die Haftung für Vorsatz nie ausgeschlossen werden, und in vorformulierten Bedingungen auch nicht für grobe Fahrlässigkeit oder Verletzungen von Leben, Körper und Gesundheit. Bei wesentlichen Vertragspflichten darf die Haftung in vorformulierten Bedingungen zudem nur auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt werden. Deshalb bleiben diese Fälle im Beispiel außerhalb der Grenze.
Freistellung
Freistellen heißt, die andere Seite von Ansprüchen Dritter freizuhalten. Eine enge Freistellung ist normal: Verletzt deine Arbeit das Urheberrecht eines Dritten, stehst du dafür ein. Eine weite, „für alle Ansprüche im Zusammenhang mit den Leistungen“, kann dich für Probleme zahlen lassen, die du nicht verursacht hast.
- Begrenze sie auf Ansprüche Dritter, die auf deiner Pflichtverletzung oder auf Material beruhen, das du geliefert hast.
- Schließe Ansprüche aus, die auf Material, Vorgaben oder Änderungen des Kunden beruhen.
- Mach sie gegenseitig, wenn der Kunde Inhalte liefert, die du verwendest.
- Halte sie innerhalb der Haftungsgrenze oder vereinbare eine eigene, bestimmte Grenze.
Versicherung
Für dieses Risiko gibt es die Berufs- oder Vermögensschadenhaftpflicht. Verlangt ein Kunde hohe Haftungssummen, frag, welche Versicherung er von dir erwartet, und kalkuliere sie in den Preis ein.
Dieser Ratgeber gibt allgemeine Informationen und ist keine Rechtsberatung. Die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land, und was in einem Vertrag üblich ist, kann anderswo unwirksam sein. Bei einem wichtigen Auftrag lass den Vertrag zusätzlich von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen.
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